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Lärm

4.067 Byte hinzugefügt, 21:32, 26. Apr. 2011
[[Bild:Laermschutz.jpg]]
[[Bild:Laermkarte Moorfeld.jpg|thumb|370px|[[Bild:Laermkarte Legende.jpg|left]]'''Auszug aus der Lärmkarte des Landes Niedersachsen''' [http://www.umweltkarten.niedersachsen.de/Laerm/].<br>Die Karte basiert noch auf den veralteten Zählungen und Berechnungen aus dem Jahr 2005 (vorhanden: 2007).
]]
Das Thema Lärm ist eins der zentralen Themen, die uns hier in Moorfeld beschäftigen. Erschreckend ist die Tatsache, dass Grenzwerte auf Basis von durchschnittlichen Jahres-Lärmwerten ermittelt werden. Bezogen auf die Temperatur hahen wir in Lüneburg ca. 9 Grad durchschnittliche Jahrestemperatur - die 35 Grad im Sommer und -20 Grad im letzen Winter sind da auch schon drin. Temperatur kann man allerdings messen, Geräusche zu messen ist da schon wesentlich komplizierter. Um die nicht so triviale Berechnung ein wenig besser zu verstehen habe ich diesen sehr interressanten Link http://www.dalaerm.de des '''Deutschen Arbeitsrings für Lärmbekämpfung''' gefunden. Man beachte auch den '''db-Rechner''' unter dem gleichnamigen Menüpunkt.
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Die Lärmwerte werden grundsätzlich nicht gemessen, sondern aus Verkehrszahlen, Verkehrs-Zusammensetzung (LKW-Anteil) und Topologie (Höhenprofile von Landschaft, der Gebäuden, Lärmschutzwällen und -wänden) errechnet.<br>
Die Berechnungsvorschrift findet sich im in [http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_16/anlage_1_8.html Anlage 1 zu §3 der 16. BImSchV].
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Die heutigen Berechnungsvorschriften sind etwas genauer als die damaligen. Die damaligen Grenzwerte für reine und allgemeine Wohngebiete sowie für Kleinsiedlungsgebiete entsprechen heute 62 dB(A) tagsüber und 52 dB(A) nachts.<br>
Laut Information des Hamburger Rechtsanwalts Günther bei der Informationsveranstaltung im Erbstorfer Restaurant "Lim's" am 20.2.2009 billigen Gerichte eine Überschreitung der Lärmgrenzwerte von bis zu 2,1 dB(A). Wenn es lauter ist, muss durch zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen die Einhaltung der damaligen Grenzwerte sichergestellt werden. Wenn es mehr als 3<b>(?)</b> dB(A) lauter ist, muss der Lärm sogar auf das Niveau abgesenkt werden, das für heutige Straßen-Neubauten gilt.<br>
Im [[Media:BVG_Urteil_2007_03_07.pdf|Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 7.3.2007]] liegt die Grenze bei 3 dB(A) über dem "damaligen, nach methodisch korrekter Prognose zu erwarteten Beurteilungspegel", bei "Überschreitung der so genannten enteignungsrechtlichen Zumutbarkeitsschwelle" auch niedriger. Nach dem Urteil ist bei der Dimensionierung nachträglicher Lärmschutzmaßnahmen grundsätzlich das aktuell gültige Recht anzuwenden.<br>
Bei Lärmberechnungen gemäß [http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_16/anlage_1_8.html Anlage 1 zu §3 der 16. BImSchV] wird wie oben erwähnt zwischen Tag (6:00 Uhr - 22:00 Uhr) und Nacht (22:00 Uhr bis 6:00 Uhr) unterschieden, dabei aber nicht ein durchschnittlicher Werktag betrachtet, sondern der Durchschnitt über alle Tage betrachtet. <br>
Bei den Lärmberechnungen im Planfeststellungsverfahren für die Lüneburger Ostumgehung 1981 wurde von einer DTV (oder DTVW?) von 15000 Kfz/Tag ausgegangen. Bei dieser Verkehrsstärke und den damals realisierten Lärmschutzmaßnahmen wurde den Berechnungen zu Folge die damaligen Grenzwerte eingehalten.<br>
Bei einer Verkehrszählung des Landes Niedersachsen wurde 2005 auf der Lüneburger Ostumgehung zwischen B 216 (Dahlenburger Landstraße) und K 53 (Erbstorfer Landstraße) eine DTV von 37200 Kfz/Tag, zwischen K 53 und B 209 (Adendorf) eine DTV von 40600 Kfz/Tag gezählt. <br>
2008 wurden durch das Land Niedersachsen Lärmkarten veröffentlicht, die auf den Zahlen von 2005 basierten. Die Stadt Lüneburg kritisierte, dass nicht die bereits vorhandenen Berechnungen mit Daten aus dem Jahr 2007 verwendet wurden. [[Presseberichte_Mai_2008#Landeszeitung_zu_den_vom_Land_Niedersachsen_ver.C3.B6ffentlichten_L.C3.A4rmkarten|Pressebericht (Landeszeitung 6.5.2008)]] Die Zahlen von 2007 liegen der Stadt Lüneburg angeblich vor, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erklärte jedoch, 2007 hätte es nur eine eintägige Plattenzählung in eine Richtung gegeben, die der Geschwindigkeitsüberprüfung diente und für Lärmberechnungen keine Aussagekraft besäße. Hier der [[Media:Emailwechsel_Verkehrszahlen_2007.pdf|Emailwechsel mit dem Versuch, die Verkehrszahlen von 2007 zu erfragen]]. Die [http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C52964104_L20.pdf Tischvorlage zur Projektkonferenz] A 39 - [http://www.strassenbau.niedersachsen.de/master/C52960637_N9684233_L20_D0_I5213350 Abschnitt 1] vom 22.1.2009 in Lüneburg nennt zwischen K 53 und B 209 für 2005 eine DTV von 43000 Kfz/Tag, zwischen K 53 und der Anschlussstelle Bleckeder Landstraße 42000 Kfz/Tag.<br>Eine zusätzliche Zählung im September 2008 , im Bereich Moorfeld ergab eine DTV von 37000 37941 Kfz/Tag. Es wurde aber nicht verraten, ob zwischen den Anschlussstellen Adendorf und Ebensberg oder zwischen den Anschlussstellen Ebensberg und Stadtkoppel gezählt wurde.
==Lärmwerte==
Laut Mitteilung des Leiters der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Herrn Möller, gegenüber der Lüneburger Landeszeitung betragen die Lärmwerte in Moorfeld aktuell
[[Presseberichte_Juni_2009#Landeszeitung_zur_L.C3.A4rmsanierung_f.C3.BCr_die_Ostumgehung_im_Bereich_Moorfeld|(LZ, 13.6.2009)]] 72,3 dB(A) tagsüber und 65,8 dB(A) nachts.<br>
Hierbei handelt es sich um die Emissionspegel direkt an der Straße, nicht um die durch Lärmschutzmaßnahmen geminderten grenzwertrelevanten Mittelungspegel im Wohngebiet.<br>Die Lärmkarten des Landes Niedersachsen weisen für die Ostumgehung einen Emmisionspegel von mehr als 75 db(A) aus (siehe Lärmkarte ganz oben).<br>
Die im Planfeststellungsverfahren von 1981 für das Jahr 2000 prognostizierten Emissonspegel im Bereich Moorfeld betrugen 69,4 dB(A) tagsüber und 62 dB(A) nachts. Damals wurden dann die Lärmschutzwälle so dimensioniert, dass an den meisten Wohnhäusern die Grenzwerte von 60/50 dB(A) eingehalten wurden. Einige Häuser bekamen zusätzlich passiven Schallschutz (siehe [[Ostumgehung#Planung_der_sogenannten_Ostumgehung|Planfeststellungsbeschluss Abschnitt 1 der Ostumgehung]]).
==Offenporiger Asphalt==
Bei der Sanierung der Fahrbahnoberfläche der Lüneburger sogenannten Ostumgehung im Bereich Moorfeld in Richtung Süden wird im Juli 2009 wurde offenporiger Asphalt verwendet. Laut Umweltbundesamt reduziert dieser Asphalt den Lärm um etwa 7 dB(A) ([http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2006/pd06-047.htm hier lesen]). Die Poren setzen sich aber nach einiger Zeit zu, die Dämpungswirkung lässt nach. Laut [http://www.gesetze-im-internet.de/bimschv_16/anlage_1_8.html Anlage 1 zu §3 der 16. BImSchV] sind für dauerhaft wirksamen offenporigen Asphalt 3 dB(A) anzurechnen. Aufgrund der inzwischen erfolgten technischen Entwicklung der Straßenbeläge dürfen heute laut einem [[Media:verkehrsministerium20090331.pdf|Rundschreiben des Bundesverkehrsministriums]] für 8 Jahre 5 dB(A) angerechnet werden.<br>
Da offenporiger Asphalt auf der Lüneburger Ostumgehung im Bereich Moorfeld im Juli 2009 nur in einer Fahrtrichtung aufgetragen wurde, liegt die Lärmreduzierung bei deutlich weniger als 3 dB(A).<br>
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== Planfeststellungsverfahren ==
Durch den Landkreis Lüneburg wurde ein Planfeststellungsverfahren für ergänzende Lärmschutzmaßnahmen an der Lüneburger Ostumgehung im Bereich Moorfeld eingeleitet. Die '''Planfeststellungsunterlagen''' wurden im August 2009 für vier Wochen in Bereich Umwelt der Stadt Lüneburg öffentlich ausgelegt:
 
[[Media:1. Erläuterungsbericht.pdf|1. Erläuterungsbericht]]
 
[[Media:2. Liste Grenzwertüberschreitungen.pdf|2. Liste der Grenzwertüberschreitungen]]
 
[[Media:3. Prognose 2015.pdf|3. Prognose 2015]]
 
[[Media:4. Berechnung West.pdf|4. Berechnung West]]
 
[[Media:5. Berechnung Ost.pdf|5. Berechnung Ost]]
 
[[Media:6. Anliegerplan.pdf|6. Anliegerplan]]
 
Außerdem gab es in den Planungsunterlagen
 
* ein Inhaltsverzeichnis
* Ein zweiseitiges Merkblatt mit den gesetzlichen Hintergründen
* Eine Übersichts-Karte
* Eine Liste mit allen Messpunkten, auch ohne Grenzwertüberschreitungen (ca. 20 Seiten, die Einträge daraus mit Grenzwertüberschreitungen sind oben unter Punkt 2 aufgeführt.)
 
 
Gegen diese Pläne konnten bis zum 16. September 2009 '''Einwendungen''' erhoben werden.
 
[[Media:20090911_Einwendung_Constien.pdf| Einwendung von Volker Constien]]
 
[[Media:20100125_Stellungnahme_Landkreis.pdf| Stellungnahme des Landkreises Lüneburg]]
 
Am 24.02.2010 fand ein Erörterungstermin statt, siehe
[[Presseberichte_Februar_2010#Landeszeitung_zum_Er.C3.B6rterungstermin_.22L.C3.A4rmschutz_Ostumgehung.22_2 | Pressemeldung]]
 
== Tempo 80 auf der Ostumgehung? ==
 
Auf Antrag des Kreistags befasst sich der Verkehrsausschuss des Rates der Hansestadt Lüneburg mit dem Thema "Tempo 80 auf der Ostumgehung". Die Stadt hat dazu vorab Stellungnahmen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der Polizei eingeholt.
Näheres (auch Links zur Vorlage und zu den Stellungnahmen) in der [[Presseberichte_November_2009#Landeszeitung_zu_den_Stellungnahmen_der_Beh.C3.B6rden_zum_Vorschlag_Tempo_80_auf_der_Ostumgehung|Pressemeldung]].
 
 
== Planfeststellung ==
 
Im vorliegenden Planfeststellungsbeschluss wurde vor allem zu dem Kritikpunkt des unzureichenden Prognosehorizonts (2015) das Zugeständnis gemacht, dass in dem Fall, dass der Bau der A39 bis zum 30.6.2015 nicht begonnen wurde, eine neue Untersuchung mit dem Prognosehorizont 2025 vorgelegt wird.
 
In Absprache mit Rechtsanwalt Günter wurde auf eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss verzichtet, so dass die beschlossenen Maßnahmen zügig umgesetzt werden können (siehe [[Presseberichte_April_2011#Landeszeitung_zum_erg.C3.A4nzenden_L.C3.A4rmschutz_an_der_Ostumgehung|Pressemeldung]]).
== Weblinks ==
* [https://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/anlagen/vlschr97.pdf VLärmSchR 97- Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen auf www.Umweltbundesamt.de]
* [http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/anlagen/bimschg.pdf Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG) auf www.Umweltbundesamt.de]
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