Presseberichte September 2010

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11. September 2010

Landeszeitung zum A39-Begleitausschuss der Stadt Lüneburg und zur "Ueltener Erklärung" des Nordland-Autobahnvereins

Rat benennt Vertreter für A39-Ausschuss

Gremium soll Interessen der Bürger wahren – Verkehrsclub kritisiert Nordland-Autobahn-Verein

red Lüneburg - Was immer auch bei der Planung der umstrittenen Autobahn 39 von Lüneburg nach Wolfsburg geschieht, der neue Lüneburger „Begleitausschuss A39“ soll in Kenntnis gesetzt werden und die Interessen der Bürger sicherstellen. Die Ratsfraktionen haben jetzt ihre Mitglieder für den Ausschuss im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss benannt.

Insgesamt sitzen 18 Vertreter im Ausschuss, das sind vor allem Bürger aus Lüne-Moorfeld, vom Fuchsweg, aus Neu- Hagen, Klosterkamp oder Kaltenmoor sowie Vertreter von Verbänden wie ADFC, BUND oder Naturschutzbund. Auch Adendorf, der Kreis und die Klosterkammer entsenden Mitglieder. Die Anwohner, die von der Planung betroffen sind, wurden angeschrieben, um Vorschläge gebeten. Für den Rat sitzen auch die Grünen im Ausschuss, obwohl sie strikt gegen die A39 sind. Ulrich Blanck: „In dem Ausschuss geht es nicht ums Für und Wider, wir wollen dort die Informationen aus erster Hand haben, hoffen auf Argumente gegen die Autobahn und kämpfen für die Anliegen der Anwohner mit.“

Unterdessen kritisiert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) den Nordland-Autobahn-Verein. Der fordert mit der „Uelzener Erklärung“ die Verankerung der Baumittel für die A39 im Investitionsrahmenplan sowie die Hochstufung der A21 in ganzer Länge in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Der VCD in Niedersachsen appelliert nun an den Autobahn-Verein, die Pläne aus den 1960er-Jahren endlich fallen zu lassen. „Die überflüssigen Projekte A39 und A21 müssen zugunsten des Bahnnetzes aus dem Bundesverkehrswegeplan verschwinden“, sagt der stellvertretende Landesvorsitzende Hans-Christian Friedrichs.

Der Nordland-Autobahn-Verein beharre in seiner „Uelzener Erklärung“ auf seiner historischen Forderung nach einer Nord-Süd-Autobahn A39 und einer weiträumigen östlichen Umfahrung Hamburgs, der A21. Dabei verliere die geplante A39 stetig an Wirtschaftlichkeit, das Nutzen-Kosten-Verhältnis liege nur noch bei 2,5. „Völlig grotesk wirkt der Ruf nach der A21 von Bargteheide über eine Elbbrücke bei Geesthacht bis zur A7 bei Egestorf“, kritisiert Friedrichs. Die A21 stehe derzeit mit einem „festgestellten hohen ökologischen Risiko“ im nachrangigen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans.